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Lange vor Sonnenaufgang auf dem Weg zum Camp Punda Maria im Krüger Park sehen wir dieses Pärchen direkt neben der Piste. Vorsichtig, ohne die Löwen zu beunruhigen fahre ich an sie heran. Die Löwin ist auf dem rechten Auge blind. Als Jungtier hätte sie keine Überlebenschance gehabt. Die halbseitige Erblindung muss als Erwachsene passiert sein. Trotz dieser Behinderung sind Beide in gutem Ernährungszustand.
Das Fotografieren ist nur mit sehr hohen ISO-Werten möglich. Löwenmänner sind Machos in Vollendung. Durch die Behinderung der Löwin muß er bei der Jagd tatkräftig helfen. Warum bleibt er bei dieser Löwin? Sollte es so etwas wie Treue bei diesem Löwen geben? Bestimmt haben die Ranger im Camp Antworten auf meine Fragen. Ich vermute das Pärchen ist bekannt.
Die Paarungsversuche interessieren mich nicht. Ich konzentriere mich auf das Gesicht des Löwen. Beim betrachten der Fotos komme ich wieder auf die Frage: Haben Löwen eine Seele? Hat das chinesische Sprichwort: “Das Gesicht ist der Spiegel der Seele” auch für Löwen Gültigkeit? Im Allgemeinen sind die Gesichter der Großkatzen weniger ausdrucksvoll. Wenn man ganz genau hinschaut wird man viel entdecken.
Sein Blick ist fast hypnotisch. Erstaunen? Verärgert? Ablehnend? Wir schauen uns lange an. Es ist etwas grandioses, immer wieder einmaliges, aufregendes, face to face mit einem freilebenden Löwen.
He, wenn es ein Mensch wäre. Bei Löwen ist das herausstrecken der Zunge meist die Ankündigung, dass gleich gegähnt wird. Im Regelfall mindestens drei mal. Wenn man das weis, ist es kein Problem im richtigen Moment ein Foto zu machen.